Wind, Wasser, Wetter, Wohlfühlen - bei den Kressbronner Seglern

Jahresabschluss 2013 in den
Tettnanger Torstuben

Kressbronn-Tettnang - Gut besucht ist das Jahresabschlusstreffen in den Torstuben gewesen. Bei bester Laune und hervorragenden Speisen beziehungsweise Getränken traf man sich noch einmal zu einem Rückblick auf 2013.  Fotos von Eberhard Rasch.




Kressbronner Oberseepokal startet flau


Bericht und Fotos von Eberhard Rasch.

Windstille hat am Samstag, den 7. September in Gohren geherrscht. Nicht nur an den Stegen im Baggerloch, sondern auch auf dem ganzen Obersee. Im Clubheim der Kressbronner Segler erlahmte das geschäftige Treiben, als das Signal „Startverschiebung“ ertönte.

Zwei Bootsklassen lagen auslaufbereit: 1.) Das Nordische Folkeboot, 7,64 m lang und 2,20 m breit. Es wurde als einfaches und seetüchtiges Holzboot speziell für die Ostsee konzipiert. Seit über 70 Jahren wird es heute noch mit leichten Abwandlungen in Holz und GFK gebaut. 2.) Die Shark 24 , 7,31 m lang, 2,10 m breit und nur halb so schwer. Als eines der ersten Glasfaser verstärkten Kunststoffboote ging es vor 58 Jahren in die Serienfertigung. Beide Boote haben gute Allroundeigenschaften und sind seetüchtig.

Sharks mit Spi, Folkes mit ausgebaumter Fock


Als Wettfahrtleiter Jürgen Graf im Verlauf des Vormittags einen stabilen Windstreifen in der Bregenzer Bucht ausmacht, stößt er kräftig ins Horn: Das Auslaufsignal für die Regattateilnehmer. Die acht Folkeboote sind alle am Bodensee beheimatet. Von den acht Shark 24 Booten ist eines sogar vom hessischen Mittelrhein angereist. Während sich die Boote in der Kressbronner Bucht versammeln, bildet sich ein leichter, konstanter Westwind aus. Das freut die Bojenleger, die ihre Tonnen nur einmal verlegen müssen. So können am Samstag drei Wettfahrten ausgetragen werden.

Barbetrieb gehört dazu.

Abends wird im Clubheim von den vielen Helfern ein feines Essen vorbereitet. Die 60 Teilnehmer langen kräftig hin und schlendern anschließend zur Bar. Dort hat die Studentische Segelgemeinschaft SAYL leckere Cocktails vorbereitet und eine gute CD-Auswahl getroffen. Der Abend wird lang… Da kommt es am Sonntag einigen Seglern sehr gelegen, dass vormittags zuerst wieder „Startverschiebung“ angezeigt wird. Doch leichter Nordostwind kommt auf und die restlichen zwei Wettfahrten werden vor der Schlosskulisse von Langenargen ausgetragen. Dank des fairen Segelns sind keine Protestverhandlungen nötig, sodass die Siegerehrung schon am frühen Nachmittag zelebriert werden kann.


Bei den Nordischen Folkebooten geht der erste Preis an „Kleiner Blaupfeil“ unter Bernd Miller aus Konstanz. Der erste Preis bei den Shark 24 holte sich Horst Rudorffer und Crew aus Wiesbaden auf „HaiLight“.

Preise gab es auch für die Zweit- und Drittplatzierten. ERGEBNISLISTE

Bernd Miller, späterer Seriengewinner.



THEMA HOCKS IM CLUB

Die Hocks sind diesen Sommer wieder einmal gut besucht. Wer zu spät kommt, bekommt kein Faßbier mehr, dafür wird fleißig gegrillt, geplauscht und musiziert.

Ein echtes Erlebnis, festgehalten von Eberhard Rasch mit der Kamera.

Klassische Abendstimmung


 Variationen von Grillgut
Hafenmeister und Zapfmeister

Gleich mehrere Grillmeister


CLUBMEISTERSCHAFT

Sonne satt zu Clubmeisterschaft und Sommerfest

Bericht Eberhard Rasch - Fotos B. Roßbach / E. Rasch

Gut besucht mit Weißwurstfrühstück, Regatta, Abendessen und Feier ist auch dieses Jahr im Juli wieder die Kombination Sommerfest/Clubregatta gewesen. Nach der Steuermannsbesprechung am Clubheim in Gohren fuhren am Samstag 22 Boote der Kressbronner Segler hinaus zur Startlinie. Um einen möglichst guten Leistungsausgleich für die unterschiedlichen Boote zu erreichen, wurde der „Känguru-Start“ gewählt. Drei Wettfahrten wurden bei leichtem und beständigem NW-Wind gefahren. Die älteste Crew um Siggi Kletschke zählt im Mittel 77 Lenze. Die jüngste Crew ist 60 Jahre jünger gewesen. Eine schöne Spannweite in diesem fairen Wettkampf.

Neuer Clubmeister mit ganz eindeutigen und kontinuierlichen ersten Plätzen bei drei Wettfahrten wurden Bernhard Heinemann und seine Crew auf "Corona", einer Larsen 232. Heinemann erhielt als ersten Preis ein frisch gemaltes Bild der ehrwürdigen „Schliersee“. Das ehemalige Fahrgastschiff wurde 1903 gebaut und diente schließlich den Kressbronner Seglern, aufgepallt auf dem Vereinsgelände, in den 60er Jahren  als erstes Clubheim. Den Vizemeistertitel holte sich Norbert Brendle, der mit seiner Mannschaft und der "Topolino" (Akros Top Gen.) ebenfalls sehr kontiuierlich durchgängig zweite Plätze erreichte. Dritte auf dem Treppchen wurden David Wagner und seine Crew auf "Kalliste", einer Surprise. Den 1. Jollensieg holte sich diesmal, an gesamt neunter Stelle liegend Jörg Kadgiehn im Finn-Dinghi "Piroschka". Die Siegerehrung wurde umrahmt vom Sommerst. Das war mit 120 Vereinsmitglieder gut besucht. Noch zahlreicher jedoch wardn die Mücken, die auch ohne Musikuntermalung in der Abenddämmerung tanzten.
Die Ergebnisse im einzelnen

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Kressbronner Segler segeln mit Nebel an

Bericht von Eberhard Rasch

Mit 15 Booten fuhren die Kressbronner Segler im dichten Morgennebel hinaus in die Kressbronner Bucht. Die eindringlichen Signaltöne der Nebelhörner unterbrachen immer wieder die Sonntagsruhe. Intensiv musste Ausschau gehalten werden. Ist es ein Motorboot, ein Schlauchboot, oder die Wendetonne einer Regatta, die plötzlich vor einem auftaucht? Schließlich hatte die Sonne Mitleid, sodass sich zur Mittagszeit die letzten Nebelbänke über der Bucht auflösten. Dann frischte es auch  noch ordentlich auf; ein erster  Frühjahrstest für die Takelage.
Hochzufrieden steuerten die Segler am Nachmittag wieder  ihre Steganlage in Gohren an. Doch vor dem Kaffee  musste noch ein kniffliges nautisches Kreuzworträtsel gelöst werden. Welcher seemännische Begriff steckt zum Beispiel hinter dem Aufbewahrungsort für einen ungezogenen Jungen? Einige der 70 Vereinsmitglieder wussten es:  Lümmel Bank.

Von der Hafenausfahrt direkt in die Nebelbank

Der Nebel lichtet sich in der Kressbronner Bucht


Gut eingepackt und gut gelaunt.

entspannte Fahrt


gemütliches Kaffee-Beiswammensein


Kressbronner Segler haben viele Neuzugänge

So nachzulesen in der Schwäbischen Zeitung 21.3.2013

Positiv blicken die Kressbronner Segler bei ihrer Hauptversammlung auf das vergangene Jahr zurück.
Positiv blicken die Kressbronner Segler bei ihrer Hauptversammlung auf das vergangene Jahr zurück. (Foto: Olaf E. Jahnke)

Kressbronn-Gohren / sz (oej) – Das Interesse der Clubmitglieder ist groß gewesen am Samstag im Ultramarin-Restaurant, denn mehr als 150 Kressbronner Segler sind zur Jahreshauptversammlung gekommen. Gleich zu Beginn berichtete Vorsitzender Klaus Rossbach Positives. Dass von knapp 270 Vereinsmitgliedern mehr als 150 anwesend waren, spricht schon ein wenig für sich. Immerhin ging es nicht um eines der beliebten Segelevents oder Grillfeste sondern um die offizielle Jahreshauptversammlung des Vereins.Weiter

Berichte zum Jubiläumsjahr sind unter 50 Jahre KS e.V.

Der letzte Nachtschlag der Seegfrörne 1963

Erzählt vom Kressbronner Segler Dr. Hansjörg Traut

So ähnlich erschienen auch in der Schwäbischen Zeitung 4. März 2013

Kressbronn (oej) - Schon früher hatten die jungen Leute ein wenig Freizeitstress, wie der Bericht von Hansjoerg Traut zeigt. Der damals knapp 25-jährige Zeitzeuge hatte zwar Ende 1962 die  Kressbronner Segler mitgegründet,  aber die ersten Vereinsaktionen mit dem väterlichen Eissegler wären fast an ihm vorbei gegangen.  Hansjoerg Traut erinnert sich, auch dank einer Niederschrift, noch gut an eines der faszinierendsten Segelerlebnisse seiner Jugend. Für die SZ-Serie hat er den folgenden Bericht weitergegeben:

„Durch Studium und winterliche Verpflichtungen bei der ‚Münchener Skischule‘ festgehalten, konnte ich erst Ende Februar, an einem der letzten Tage der „Seegfrörne 1963“ an den See zurück. Trotzdem hatte ich die allerletzte Chance, mit der Eisjacht meines Vaters vermutlich in der Nacht vom 3. auf den 4. März 1963, bei Mondschein einen ausgedehnten Nachtschlag Richtung Rohrspitz zu unternehmen.

Ich kam mit dem Abendzug aus München, verschlang ein schnelles Abendessen und machte am Landungssteg den Eissegler startklar. Bei fahlem Mondschein trieb mich ein ablandiger Wind mit abenteuerlicher, fast beängstigender Geschwindigkeit zunächst an Wasserburg vorbei Richtung Lindau, bis mich der Rheintäler immer mehr zum Abfallen Richtung Rohrspitz zwang. Der Eisschlitten rumpelte und rüttelte wie ein alter Eisenbahn-Waggon. Die Wanten vibrierten und brummten. Der Wind pfiff um Mast und Gaffel. Aufgetürmte Eiswände und meterhoch aufragende Eisschollen sahen im fahlen Mondlicht schon sehr bedrohlich aus, vor allem bei der enormen und schwer einschätzbaren Geschwindigkeit. Immer wieder musste ich aussteigen, um die Übergänge zwischen den einzelnen Eisfeldern zu überprüfen. Immer wieder schob ich den Eisschlitten von Hand über eisige Stufen, um danach wieder den Nervenkitzel der rasenden Fahrt und das Pfeifen des Windes in den Wanten und an den Spieren mit allen Sinnen zu genießen.

Doch plötzlich war der Wind weg, wie abgeschnitten, etwa auf der Linie Wasserburg – alte Rheinmündung. Gegen halb eins fing ich an, die Eisjacht zurück zu schieben; es war fast nicht zu schaffen! Immer wieder war ich nahe dran, den Eisschlitten stehen zu lassen und einfach zu Fuß nachhause zu gehen. Irgendwann gegen zwei, halb drei, kam ich am Landungssteg an, barg die Segel und kroch anschließend todmüde und total kaputt in mein Bett, um erst zur Mittagszeit wieder aufzuwachen. Als ich anschließend zum Landungssteg kam, stand schon das Wasser auf dem Eis. Die Eisjacht war auf den Strand gezogen und abgeriggt. Die „Seegfrörne 1963“ war auch für mich nur noch Geschichte.

Seinen Vater, den Vereinsinitiator und Schiffs- oder Eissegler-Eigner Werner Traut, hatte der Erzähler wohl nicht dabei – allerdings machte der sich wohl nicht wenig sorgen um den nächtlich Eissegelnden Filius.

„Aus Sorge  hatte mir mein Vater ( Anm. Werner Traut) lange vor Mitternacht noch eine Petroleumlampe als Signal auf den Landungssteg gestellt, damit ich in der Nacht wieder heimfinden könne. Leider konnte ich sie letztlich doch nicht sehen, weil sie bereits ausgegangen war. – Aber sag einer was gegen besorgte Väter!“

 

1963: Kombination Eis, Segel, Fläche und Geschwindigkeit fasziniert Kressbronner Segler (Schwäbische Zeitung vom 10.1.2013)




Neujahrsmeeting der Kressbronner Segler 2013
Es war schön - aber etwas kühl. Doch Würstel, Glühwein und Lagerfeuer - und natürlich die vielen herzlichen Gespräche sorgten für genug Wärme. Fotos von Hagen Stingl:
hrsmeeting der Kressbronner Seger
Es war schön - aber etwas kühl. Doch Würstel, Glühwein und Lagerfeuer - und natürlich die vielen herzlichen Gespräche sorgten für genug Wärme. Fotos von Hagen Stingl:








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